Lernerorientierte Qualitätstestierung in der Weiterbildung (LQW)
Die Lernerorientierte Qualitätstestierung in der Weiterbildung (LQW) ist das Verfahren zur Qualitätsentwicklung und -testierung, das die Lernenden konsequent in den Mittelpunkt stellt. LQW hat seinen Ausgangs- und Bezugspunkt im konkreten Lernprozess, und auf diesen kommt es an, wenn man von Qualität in der Bildung spricht.
Bildung ist ein besonderes „Produkt“, das weder gekauft noch verkauft werden kann. Bilden kann sich nur jeder selbst. Bildungsorganisationen wie die BiKo, können den Bildungsprozess allerdings durch ihre Leistungen maßgeblich unterstützen. Durch LQW wird die gesamte Qualität der BiKo auf die Lernenden ausgerichtet. Dies wurde in einem anerkannten Verfahren überprüft und bestätigt. Am 17. April 2009 erhielt die BiKo das LQW-Testat durch die Firma ArtSet.
Schritt für Schritt zur Qualitäts-Testierung
Beteiligungsorientierung ist einer unserer Grundsätze, deshalb war es selbstverständlich für uns eine möglichst große Beteiligung aller Betroffenen zu organisieren. In Informationsveranstaltungen mit den Beschäftigten, den Auftraggebern, den ReferentInnen und den Verantwortlichen bei der BiKo wurde über das Vorhaben diskutiert und entschieden. Ende 2007 begann die konkrete Arbeit mit LQW. Es wurde ein Steuerkreis eingesetzt. Im Steuerkreis sind unsere Auftraggeber, der Vorstand, die Geschäftsführerin sowie die ReferentInnen vertreten.

Im LQW-Verfahren mussten Anforderungen in 10 Qualitätsbereichen erfüllt werden. Im Folgenden beschreiben wir sie etwas genauer:
1. Leitbild Das Leitbild ist die intern vereinbarte Selbstbeschreibung unseres Handelns. Es soll uns leiten im täglichen Denken und motivieren zum gemeinschaftlichen Handeln.
2. Bedarfserschließung Bei der Bedarfserschließung geht es darum, systematisch und regelmäßig die Bedürfnisse unserer Auftraggeber und TeilnehmerInnen zu erheben, gesellschaftliche Entwicklungstrends aufzunehmen z.B. neue Gesetze oder Tarifverträge und bei der Programmentwicklung zu berücksichtigen.
3. Schlüsselprozesse Schlüsselprozesse sind Prozesse, die für die Bildungsangebote von zentraler Bedeutung sind und die dazu führen, dass die Angebote typisch für die jeweilige Organisation sind. Wir haben vier Schlüsselprozesse ausgewählt: 1. Auswahl, Verpflichtung und Beratung der ReferentInnen 2. Information und Beratung der TeilnehmerInnen 3. das Bildungsprogramm und 4. Planung, Durchführung und Auswertung von Seminaren
4. Lehr-Lern-Prozesse In diesem Qualitätsbereich wird danach gefragt, wie TeilnehmerInnen über Inhalte, Ziele und Arbeitsformen der Seminare informiert werden. Die Qualifikationen der ReferentInnen, sowie Lernvoraussetzungen für die Teilnahme sind ebenfalls bedeutsam. Im Mittelpunkt steht die TeilnehmerInnen zu unterstützen und das selbstbestimmte Handeln der TeilnehmerInnen zu fördern.
5. Evaluation der Bildungsprozesse Der Lernerfolg und die Zufriedenheit der TeilnehmerInnen und Auftraggeber, die Einschätzungen der ReferentInnen, sowie unsere eigenen Vorstellungen sind der Maßstab für die regelmäßige Überprüfung und Bewertung unserer Arbeit. Über Rückmeldungen der TeilnehmerInnen und ReferentInnen, sowie der Auftraggeber wird sichergestellt, dass die Qualität ständig verbessert wird.
6. Infrastruktur Gute Rahmenbedingungen wirken sich positiv auf den Lernerfolg aus. Deshalb setzen wir alles daran, dass sich unsere SeminarteilnehmerInnen wohl fühlen. Zur Infrastruktur gehört ein gut ausgestattetes Büro ebenso wie helle, angenehme Seminarräume, Medien und Moderationskoffer.
7. Führung Jede Organisation hat Grundsätze dafür, wie Entscheidungen getroffen und umgesetzt werden. Wer hat welche Rolle und Aufgaben? Gibt es Transparenz und Verantwortlichkeiten? Wir sind sicher: kooperative und wertschätzende Führung ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Bildungsarbeit. Wir fördern die Team- und Zusammenarbeit und pflegen einen offenen Meinungsaustausch.
8. Personal Qualifikation, Gesundheit, Zufriedenheit und Motivation unsere MitarbeiterInnen und ReferentInnen sind Voraussetzung für gute Leistungen. Darauf achten wir und danach handeln wir.
9. Controlling Hier sind Maßnahmen gefragt, die geeignet sind, festzustellen, inwieweit wir unsere Ziele konsequent verfolgen. Durch Kennziffern, Kennzahlen sowie inhaltliche Messinstrumente wird bewertet ob wir unsere Arbeit gut machen. Bedarfsermittlung, Bildungsberatung und -planung sind Beispiele dafür wie wir kundenorientiert und wirtschaftlich arbeiten. 10. Kundenkommunikation Wir kommunizieren frühzeitig, strukturiert und umfassend. Neben unserem Jahresprogramm tun wir das über die Homepage www.biko-stuttgart.de, mit Flyern und dem BiKo Kompakt. Broschüren für Zielgruppen und zu aktuellen Themen vervollständigen unser Angebot. Es gibt verbindliche Anmelde- und Abmeldeverfahren. Wir nehmen Rückmeldungen und Anregungen gerne auf, bearbeiten sie und ziehen daraus Konsequenzen.
Der Qualitätsprozess
Was machen wir, wie machen wir es und warum machen wir das genau so? Sind wir damit zufrieden? Was wollen wir ändern und wie und bis wann wollen wir das tun? Das sind die Fragen, die für die Bestandsaufnahme und interne Bewertung unserer Bildungsarbeit beantwortet werden mussten. Daraus wurde unser Leitbild mit der spezifischen Definition gelungenen Lernens entwickelt, als Maßstab für alle Qualitätsentwicklungsmaßnahmen. Mit der Bestandsaufnahme in allen 10 Qualitätsbereichen wurde die Grundlage für den Selbstreport geschaffen.
Der Selbstreport Nachdem alle Qualitätsbereiche bearbeitet und dokumentiert waren ging es an die Formulierung des Selbstreports. Der Selbstreport war Gegenstand der externen Begutachtung durch zwei Gutachterinnen von ArtSet.
Visitation und Testat Mit der Visitation vor Ort, der Überprüfung der geforderten Nachweise und einem abschließenden Strategieworkshop haben wir am 17. April 2009 das Testat erhalten. Sichtbarer Nachweis für unseren Erfolg ist „die Fliese“. Ein Unikat, das Teil eines Netzwerkbildes aller nach LQW testierten Weiterbildungsträger ist.

LQW ist ein ständiger Qualitätsprozess durch den unsere Bildungsarbeit weiterentwickelt und verbessert wird. Verantwortlich ist weiterhin der Steuerkreis. Damit sind wir nah dran an den Anforderungen unserer Auftraggeber, den TeilnehmerInnen, ReferentInnen und den Verantwortlichen bei der BiKo. Verbesserungen werden so im laufenden Geschäft bearbeitet, vorgestellt und entschieden.

Mitglieder des Steuerkreis Udo Abelmann Linda Eisenmann Renate Gmoser Gisela Klenk Birgit Klett Thomas Maier Walter Mugler Konrad Ott
Evaluation
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen als Experten für das eigene Lernen Mit Ihrer Unterstützung leiten wir Verbesserungen ein – rasch und zielgerichtet.
Evaluation oder Evaluierung bedeutet wörtlich Bewertung. Der Begriff wird häufig verwendet für Qualitätsprüfung. Wir untersuchen und prüfen regelmäßig und systematisch den Wert und Nutzen unserer Seminare. Lernen kann nicht verordnet werden. Lernen muss jede/r für sich und was gelernt wird „entscheiden“ auch die Lernenden selber. Wir als Weiterbildungsträger können dabei unterstützen.
Wir tun das durch klare Strukturen, die richtigen Inhalte, gutes Material und gute Teilnehmerunterlagen, ein lernförderliches Arbeitsklima, gegenseitigen Respekt und gemeinsam geteilter Verantwortung, Methodenvielfalt, angenehmen und gut ausgestatteten Tagungsräume. Durch qualifizierte und motivierte ReferentInnen und Beschäftigte, die ihr Wissen und Können bei jedem Seminar einsetzen, und damit die besten Voraussetzungen für Lernen schaffen. Wie gut das gelingt, ist nur bedingt messbar. Am ehesten noch an der Zufriedenheit der TeilnehmerInnen.
Über einen Fragebogen wollen wir von ihnen erfahren ob ihnen der Seminarverlauf gefallen hat. Sind die Erwartungen erfüllt worden und nützt das Gelernte? Sind sie mit den ReferentInnen zufrieden? Wie haben sie von dem Seminar erfahren? Was hat ihnen am Tagungsort gefallen? Und es interessiert uns natürlich auch, wie sie mit unserem Service zufrieden sind.

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